Montag, 5. Januar 2015

Karl Reimer wurde Gesellschafter in der Vanillinfabrik

Karl Reimer
Für Wilhelm war die Zusammenarbeit mit Karl Reimer ein Glücksfall, dieser hatte schließlich die zündende Idee, endlich die Gewürznelke ins Spiel zu bringen.
Ganz abgesehen von seiner genialen Entdeckung, einen neuen Syntheseweg für Phenolaldehyde  zu finden und mit Tiemann weiter zu entwickeln.

Karl Ludwig Reimer, der 1845 in
Leipzig geboren wurde, entstammte einer
traditionsreichen Buchhändlerfamilie. Er hatte
sein Studium 1865 zunächst in Göttingen
begonnen, wechselte aber noch im selben Jahr
nach Greifswald und trat dort als Einjährig-Freiwilliger in das Pommersche Jägerbataillon ein. Bereits 1866 musste er dann in den Krieg ziehen.

Er überstand in diesem böhmischen Feldzug zwar die Schlachten bei Potkost und Königgrätz unversehrt, kehrte aber an einer Seuche (Typhus) erkrankt zurück, von der er sich sein ganzes Leben lang nie wieder vollständig erholen konnte.
Reimer und Tiemann führten in Berlin umfangreiche Versuche mit Phenolen und Chloroform durch und entdeckten dabei einen neuen Syntheseweg für Phenolaldehyde. 

Diese Synthese ging später als Reimer-Tiemann-Synthese in die Chemiegeschichte ein. Mit Tiemann zusammen gelang Reimer dann auch der Schritt zum Vanillin und er konnte über den Erfolg vor der Deutschen Chemischen Gesellschaft berichten:

„Schon heute kann ich als erstes von uns gemeinschaftlich erhaltenes Resultat ausführen, dass wir aus Guajacol mittels der obigen Reaktion Vanillin dargestellt haben.“ 


Karl Reimer trat im Jahr 1876 als Gesellschafter in die Firma ein, was auch in der neuen Firmenbezeichnung deutlich wurde: 
Haarmann & Reimer Vanillinfabrik in Holzminden an der Weser

Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Seine Kriegsleiden zehrten an seiner Gesundheit. Er starb mit 38 Jahren einsam in Sizilien.







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