Freitag, 23. Oktober 2015

Von A. W. Hofmann zu J. Liebig


Von Wilhelm Haarmann (Der Herr der Düfte) gelangen wir über dessen Lehrer August Wilhelm Hofmann zu Justus Liebig.
Justus Liebig als Student

Justus Liebig wurde im Jahre 1803 in Darmstadt geboren. Sein Vater war Materialienhändler  und stellte Farben  selbst her. 
Das Interesse des kleinen Justus an chemischen Dingen ist in der väterlichen Werkstatt geweckt worden. Später ist er dann in den Werkstätten chemisch orientierter Handwerker (Gerber, Färber, Seifensieder) zu Hause.

Besonders interessieren ihn die chemischen Versuche, die von Schaustellern auf den Jahrmärkten vorgeführt werden. Er wiederholt sie in der väterlichen Werkstatt. Dabei entwickeln sich sein experimentelles Geschick - seine Beobachtungsgabe - sein visuelles Gedächtnis - seine Kombinationsfähigkeit. In der Hofbibliothek hat er Zugang zur chemischen Literatur. Mit 16 Jahren hat er sich  das aus Büchern erfahrbare Chemiewissen der Zeit in freilich unsystematischer Weise angeeignet. Mit 15 Jahren muß er das Gymnasium verlassen. Die danach begonnene Apothekerlehre in Heppenheim  wird schon nach 10 Monaten abgebrochen, als er das Dachgeschoss nach einem Experiment in Brand setzte.Ende 1820 beginnt er mit dem Studium der Chemie, bereits im 3. Studiensemester beginnt er seine Doktorarbeit "Über das Verhältnis der Mineralchemie zur Pflanzenchemie". Die Arbeit wird im Laufe des Jahres 1822 fertiggestellt. Er promoviert mit ihr "in absentia", denn inzwischen ermöglicht ihm ein Stipendium seines Landesherrn die Fortsetzung des Chemiestudiums in Paris bei den besten Lehrern der Zeit. 
Insbesondere die Aufnahme in das Privatlabor Gay-Lussacs und die Zusammenarbeit mit diesem bedeutendsten Chemiker der Pariser Schule beschleunigen seine fachliche Vollendung. 
Liebigs Arbeiten über die Knallsäure machen seinen Namen in der chemischen Welt bekannt.
Alexander von Humboldt empfiehlt ihn dem Großherzog von Hessen in so nachdrücklicher Weise, daß Liebig 1824 unverzüglich zum außerordentlichen Professor an der Landesuniversität Gießen berufen und im folgenden Jahr - 1825 - zum ordentlichen Professor ernannt wird.



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